Stahlmarkt Consult Blog

In meinem Stahlmarkt-Blog befasse ich mich mit Neuigkeiten aus der Stahlmarkt-Welt und analysiere Trends und Marktentwicklungen.

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Eisenerz: Preise nach unten, Swap-Volumen nach oben

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Bemerkenswertes hat sich in den vergangenen Wochen am Spotmarkt für Eisenerz ereignet. Wie der Spezialdienst The Steel Index (TSI) meldet, lag der Benchmarkpreis für Feinerz mit 62% Fe-Gehalt Ende der vergangenen Woche bei $117.25 $/dmt cfr Nordchina. Noch in der zweiten Juliwoche lagen die Preise bei 135,- $/dmt. Somit sind die Preise in dieser kurzen Zeitspanne um über 13% gesunken und erreichten den tiefsten Stand seit Dezember 2009.

Der Hauptgrund für diese Entwicklung dürfte in der anhaltenden Schwäche des Stahlmarktes in China liegen. Die Stahl- Nachrichten aus dem Land der Mitte sind nach wie vor negativ. In den vergangenen Wochen hatte es den Anschein, dass nun die schon häufig angemahnten, aber nie umgesetzten Produktionsrücknahmen langsam doch angegangen werden. Niedrige und weiter sinkende Stahlpreise taten das Übrige, um die Spotmarktpreise für Eisenerz unter Druck zu setzen, denn der Spotmarkt für diesen Rohstoff findet vor allem in China statt.

Heute sollen aber nicht die Wechselwirkungen zwischen Rohstoff- und Stahlpreisen thematisiert werden. Genauso interessant ist die Frage, welche Auswirkungen die Preisschwankungen am Spotmarkt für Eisenerz auf die Bereitschaft der Marktteilnehmer haben, Finanzmarktinstrumente zur Risikoabsicherung anzuwenden.

Und die Antwort ist eindeutig: Nicht ohne Stolz meldete TSI, das Volumen von gehandelten Eisenerz-Swaps habe im Juli ein neues Rekordniveau erreicht. Die in diesem Segment führende Singapore Exchange (SGX) verzeichnete im vergangenen Monat Kontrakte im Umfang von 9,5 Mio. Tonnen und einem Nominalwert von über 1,2 Mrd. $. Dies waren mehr als zweieinhalb Mal soviel wie im Vorjahr. Gegenüber dem bisherigen Rekord im Mai 2012 wurde ein Plus von 25% erzielt. Gleichzeitig heißt es, dass zahlreiche neue Marktteilnehmer aus allen Regionen der Welt in den Handel eingestiegen sind.

Basis für den Handel an der SGX sind die von TSI festgestellten Referenzpreise. Natürlich haben beide Parteien ein Interesse an der Verkündung von Erfolgsmeldungen. Die genannten Zahlen sollten aber nicht nur unter der Rubrik „Eigenwerbung“ abgetan werden. Zweifellos treffen die in den vergangenen beiden Jahren neu entstandenen Finanzmarktinstrumente zur Risikoabsicherung für Stahl und Eisenerz gerade in der europäischen Industrie noch auf eine große Skepsis. Dennoch finden sich immer wieder einige kleine, meist in Fachdiensten versteckten, Hinweise, dass sich nicht nur Banken, sondern auch (große) Unternehmen zum Beispiel aus der Automobilindustrie intensiv mit diesen Möglichkeiten beschäftigen und sie zum Teil auch anwenden.

Innerhalb des verfügbaren Angebotes zur finanziellen Risikoabsicherung gehören die genannten swaps für Eisenerz derzeit zu den interessantesten Möglichkeiten. Zum Einen ist die Liquidität in diesem Markt unabweisbar deutlich gewachsen und damit scheint eine Hürde gefallen, die ähnliche Angebote für Stahl oder Kokskohle noch nicht wirklich genommen haben. Zum Zweiten machen die Kosten für Eisenerz bei den im Oxygenstahlwerk hergestellten Stahlerzeugnissen einen großen Teil der Herstellungskosten aus und haben einen entsprechenden (wenn auch nicht alleine entscheidenden) Einfluss auf die Preisentwicklung dieser Stahlerzeugnisse. Zum Dritten bedeuten starke Preissschwankungen in kurzer Zeit immer auch ein erhöhtes Risiko. Und schließlich bieten Preisrückgänge die Möglichkeit, sich auch längerfristig einen attraktiven Preis festzuschreiben.

Somit lohnt es sich für fast jedes Unternehmen, bei denen eisenerzbasierte Vormaterialien in größerem Maße zum Einsatz kommen, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen - auch wenn am Ende längst nicht in jedem Fall die Erkenntnis stehen könnte, dass die Anwendung eines solchen Instrumentariums wirklich sinnvoll ist.

in 2012 Aufrufe: 3035 0 Kommentare

Andreas Schneider, Inhaber von Stahlmarkt Consult Andreas Schneider, teilt hier regelmäßig seinen Blick auf das Stahlmarktgeschehen.

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Gast Montag, 17 Mai 2021

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